Musikmagazin – Neues vom österreichischen Musikgeschehen

Mi, 22.05.2013 - 17:02

Es soll der Versuch eines Ausbruchs aus dem traditionellen Bigband-Format sein, welchen Reinhold Schmölzer gemeinsam mit dem ihn begleitenden Ensemble orchest¬ra¬conteur unter der Leitung von Johannes Berauer unternimmt. „Miraculous Loss Of Signal“, so der Titel des Ende des vergangenen Jahres erschienenen Albums des inzwischen auch international begehrten Schlagzeugers, Komponisten und Arrangeurs, erklingt, so herausfordernd und komplex instrumental auch agiert wird, überraschend zugänglich. Vielmehr als die Stücke des Kärntners den Kopf der Hörerschaft ansprechen sollen, zeigen sie sich von einer sehr stimmungsvollen und die Emotionen weckenden Seite. Die nächste Gelegenheit, Reinhard Schmölzer und sein Orchester live zu erleben, gibt es am 25. Mai im Stadtsaal in Spittal an der Drau. An den darauffolgenden Tagen wird auch noch Station im Wiener Porgy & Bess (26. Mai) und im WIST in Graz (27. Mai) gemacht.

Di, 21.05.2013 - 13:45

Sie alle sind 1963 geboren und sind auch mit denselben Klängen aus dem Radio sozialisiert worden. Sie haben alle die Musik zu ihrem Beruf gemacht und stehen heute stellvertretend für die musikalische Qualität und Vielfalt in diesem Lande. Anlässlich des Jahres, in welchem jeder/jede seinen/ihren 50er feiert, begeben sie sich im Rahmen einer Konzertreise durch Österreich unter dem Titel „50 Broken Promises“ auf die Spurensuche nach den Motiven, warum es gerade sie in die Musik verschlagen hat, und natürlich auch nach den Inspirationsquellen, aus denen sich ihre Klangsprache bis heute nährt. Mit Joanna Lewis, Amora de Swardt, Franz Hautzinger, Heinz Ditsch, Josef Novotny, Hannes Löschel,  Wolfgang Vinzenz Wizlsperger und Paul Skrepek. Erste Station ist am 25.Mai das TAG - Theater an der Gumpendorfer Straße in Wien.

Di, 21.05.2013 - 10:01

Man stelle sich vor drei Musiker vor, die aus dem Jazz stammend, sich diesem nicht wirklich mehr so verbunden fühlen, die ihre Freude vielmehr darin haben, sich, mit dem Ziel ihre eigene Sprache zu entwickeln, über alle vermeintlichen Grenzen zwischen den Genres hinwegzusetzen. Genau als solche zeigen sich der Klagenfurter Posaunist mit Hang zu elektronischen Spielerein Mario Vavti und seine beiden Kollegen, der Bassist Stefan Thaler und der Schlagzeuger Harry Tanschek. Im Trio als Ride The Slide versuchen sie den Bruch mit den musikalischen Konventionen an die Spitze zu treiben und Spielformen miteinander in Verbindung zu setzen, die dem ersten Anschein nach nicht wirklich viel miteinander zu tun haben. „Get Up“ (Samoton), das 2012 erschienene Erstlingswerk des Dreiergespanns ist wohl genau das, was man ein dynamisches, humorvoll verspieltes und alle stilistischen Fragestellungen außer Kraft setzendes Musikereignis nennt. Denn das, was in den Stücken regiert, ist die vom Geiste des Experiments getragene vollkommene Loslösung von allem Definierten. Jazz trifft auf Elektronik, Drum 'n' Bass, einen gewissen alpenländischen Touch, auf waghalsige, jedoch immer der Musik dienliche Improvisationen, auf Loops, allerlei Schräges, auf ordentlich viel Groove und noch mehr Spielwitz. Die nächste Gelegenheit, das Trio live zu erleben gibt es am 18. Mai im Raj in Klagenfurt. Nur wenige Tage später, am 23. Mai, machen Ride The Slide Station im Wiener Porgy & Bess.

Do, 16.05.2013 - 15:36

Aus dem Wiener Kulturkalender ist dieses Festival längst nicht mehr wegzudenken. Seit nunmehr 22 Jahren verwandelt das Jazz Fest Wien die österreichische Bundeshauptstadt im Frühsommer für mehrere Wochen in eine Metropole des Jazz, die abertausend Musikinteressierte aus dem In- und Ausland anlockt. Wie schon in der Vergangenheit zeigt sich auch das Programm der am 17. Juni startenden und bis zum 10. Juli dauernden 22. Auflage des Festivals von einer überaus abwechslungsreichen und aus stilistischer Sicht sehr weit gefassten Seite. Geboten wird der traditionelle Jazz ebenso, wie dessen unterschiedlichste Spielarten. Irgendwelche Einschränkungen in musikalischen Fragen gibt es keine, wie auch nicht bei der Auswahl der Künstler und Künstlerinnen. Geladen sind große Namen der internationalen Szene genauso wie aufstrebende und hoffnungsvolle Newcomer. Eröffnet wird das Jazz Fest Wien mit einem Konzert des Festivalstammgastes Bobby Mcferrin und seiner Band in der Wiener Stadthalle. Einige der weiteren Highlights sind die Auftritte des 75-jährigen italienischen Chansonniers Paolo Conte (24.06.) und des deutschen Entertainers Helge Schneider (27.06.) in der Stadthalle, sowie jene des britischen und mit der Band Roxy Music zu Weltruhm gelangten Brian Ferry (01.07) und der amerikanischen Sängerin und Grammy-Preisträgerin Natalie Cole (05.07.) in der Wiener Staatsoper. Natürlich im Programm nicht fehlen dürfen heimische Größen. Unter anderem Konzerte spielen Harri Stojka, S.O.D.A, Meena Cryle & The Chris Fillmore Band, sowie der seit vielen Jahren in den USA lebende Pianist Markus Gottschlich.

Mi, 15.05.2013 - 18:34

Wer sich für hochklassig dargebrachten und gediegenen Jazz begeistert, der sollte sich im Kalender den am 18. Mai im Wiener Zwe stattfindenden Konzertabend auf jeden Fall dick anstreichen. Zu Gast ist mit Herwig Gradischnig nämlich einer der versiertesten, interessantesten und zugleich umtriebigsten Vertreter der heimischen Szene. Im Trio mit Erwin Schmidt (Hammond Orgel) und Mario Gonzi (Schlagzeug) macht sich der für sein rhythmisch und harmonisch ausgereiftes Spiel bekannte Saxophonist einmal mehr daran, die weite Welt des Modern Jazz zu bewandern.

Mi, 15.05.2013 - 14:36

Wirklich neu ist diese CD nicht mehr. Erschienen ist sie 2009. Doch sie ist aufgrund ihrer Qualität immer noch wert, besprochen zu werden. „Réflexions sur La Bohème“ (ATS Records) von Andreas Mayerhofers Projekt Dirt Stream II ist der gelungene Versuch einer musikalischen Neudeutung der Pucchinioper La Bohème. Angelehnt an den Gedanken des Third Stream, der Verknüpfung von Klassik und Jazz, interpretiert der Pianist die originalen Stücke in einer stilistisch deutlich offeneren und erweiterten Form, welche er selbst als Dirt Stream bezeichnet. Dieser Art bearbeitet und umarrangiert erklingen Puccinis in ein neues Klanggewand gehüllte Stücke unerhört modern und zeitgemäß.

Di, 14.05.2013 - 16:19

Die allwöchentlich im mica stattfindende und sich einer immer größeren Beliebtheit erfreuende „Freistunde“ versteht sich als ein Ort, an dem die musikalischen Wege abseits aller praktizierten Formate beschritten werden können und auch sollen. Am 16. Mai zu Gast ist mit dem Trio Pamelia Kurstin, Chris Janka und Mark Holub eine Formation, deren Mitglieder allesamt dafür bekannt sind, dass sie alle möglichen stilistischen Fragestellungen längst weit hinter sich gelassen und ihre ganz eigenen musikalischen Nischen erschaffen haben. Wie diese miteinander verwoben tatsächlich erklingen werden, das ist die spannende Frage dieses Konzertabends.

Mo, 13.05.2013 - 17:41

Kennt man die vielen Projekte des Ulrich Drechslers, weiß man, dass es sich hier um einen Musiker handelt, der nicht unbedingt bestrebt danach ist, für alle Ewigkeiten in derselben stilistischen Position zu verharren, und sich genau aus diesem Grund auch immer wieder selbst neu zu erfinden versucht. Als ein Jazzer mit Ambition immer auch über den Tellerrand des eigenen musikalischen Umfelds  hinauszublicken, ist sein Schaffen vor allem geprägt von Grenzgängen, die ihn in die unterschiedlichsten klanglichen Kontexte führen. Einst gemeinsam mit Oliver Steger und Alex Deutsch als Trio unter dem Namen Cafe Drechsler auch international für Furore sorgend, belebt der gebürtige Stuttgarter  seine Erfolgsformation in neuer Besetzung nun wieder neu. Und wie man es von dem Amadeus Music Award Preisträger aus dem Jahre 2005  gewohnt ist, tut er dies einmal mehr in einer Art, die alle Barrieren zwischen den verschiedenen Spielformen vergessen lässt. Was Ulrich Drechsler und seine Kollegen auf dem neuen Album „Streamer“ (monkey music) abliefern, ist ein Sound, in welchem der Jazz, befreit aus seinem traditionellen Korsett und eingebettet in die elektronische Clubmusik, ohne die großen ausufernden Spielerein in modernster und innovativster Form zum Erklingen gebracht wird. Präsentiert wird „Steamer“ am 24. Mai im Wiener Porgy & Bess.

Mi, 08.05.2013 - 13:42

Von 10. bis 11. Mai 2013 findet erstmals das Festival „hoerthoert“ im Brick-5 in Wien statt. Das Festival für Zuhörkultur wurde von jungen und innovativen Jazz- und Improvisationsmusikern rund um das Plattenlabel „Listen Closely“ ins Leben gerufen. Sie bündeln ihre kreative Energie, um der Welt die Kunst des Zuhörens wieder näher zu bringen. Wie aufregend und frisch improvisierte Musik heute klingt, zeigen an zwei Abenden die Bands „Memplex“, „Mallinger Schraml Heinzle“, „Schmoliner Badenhorst Niggenkemper“, „Philipp Harnisch Quartett“, „Werner Zangerle Quartett“ und „Hypnotic Zone“.

Mi, 08.05.2013 - 12:32

Die Projekte, an denen die Pianistin Ingrid Schmoliner beteiligt ist, bewegen sich für gewöhnlich weit außerhalb der üblichen musikalischen Parameter. Nicht anders verhält es sich mit dem Trio Para, in welchem die Kärntnerin gemeinsam mit der griechischen Hornistin Elena Kakaliagou und dem österreichischen Kontrabassisten Thomas Stempkowski einmal mehr die Grenze zwischen der Musikalität und der experimentellen Klangkunst zu überwinden versucht. Auf „Ligo“ (Creative Sources Records), so der Titel des im vergangenen Jahr erschienenen Albums des Dreiergespanns, zelebriert das Dreiergespann den avantgardistischen Minimalismus, die Kraft der einzelnen Klänge zwischen denen sich weite Räume dichtester Atmosphäre und spannungsgeladener Tiefe eröffnen.