Musikmagazin – Neues vom österreichischen Musikgeschehen

Do, 17.04.2014 - 13:24

„Groove“ ist so vielfältig definierbar wie man die Begriffe „Schmäh“ oder „Saudade“ mit Worten bestenfalls umschreiben  kann, aber das, was gemeint ist, wissen alle, die „es“ spüren durften und fortan davon infiziert sind.  „Groove“ ist auch das sympathische Hauptmerkmal der vier Männer, die hier unter dem Bandnamen Chilifish präsentiert werden mögen: Sobald  jenewelche nämlich loslegen, treten Symptome beim Zuhörenden auf, wie zwanghafte Lust zu tanzen oder mindestens „rhyhtmisches Stehen“ (Roland Kaisers „Dich zu lieben“ Fußchoreographie). Die unwiderstehlich energetische Schwingung erfasst Hüften und Rumpf, die zuvor „ruhigen Zuschauermassen“ mutieren zu einer Herde „Wackeldackel“. Von der ersten bis zur letzten Sekunde wird man getragen von Beats chili-gewürzt mit frechen oder unverschämt romantischen Texten. Das Geheimnis ihres Grooves beruht nicht nur auf dem  gleichen „Time“-holz und Musikempfinden, aus dem Konglomerat BassistIn und SchlagzeugerIn geschnitzt sein möchten. Nach Bass und Drumset sucht man hier nämlich vergebens.

Mi, 16.04.2014 - 08:48

Thomas Randisek steht als Vertreter des Dachverband Salzburger Kulturstätten für die Interessen der freien Kulturszene des Bundeslandes. Im Gespräch mit Lucia Laggner erörtert er die konkreten Aufgabenbereiche, stellt überdimensionierte, politisch motivierte und unter dem Deckmantel der heimischen Kunst propagierte Feste in Frage und den Fördergebern die Route ins Fenster, indem er unter anderem die Abwanderung der heimischen Kunstschaffenden als gefährdende Tatsache ansieht. Kulturarbeit muss aus öffentlicher Hand gefördert werden. Davon ist Randisek überzeugt.

Mi, 16.04.2014 - 08:47

Am 24. April beginnt das Wienerlied-Festival Wean Hean, ein Abend im Theater Akzent ist der Violinistin Julia Lacherstorfer gewidmet und trägt den Titel „Perpetua Julia!“ Grund genug, die umtriebige Musikerin zum Interview zu bitten. Noch dazu erscheint in diesen Tagen die neue CD ihres Duo-Projektes Ramsch & Rosen. Das Interview führte Jürgen Plank.

Di, 15.04.2014 - 15:55

Seit über einer Dekade nun schon zählen Krzysztof Dobrek und sein Quartett Dobrek Bistro zu den fixen Größen der heimischen Weltmusikszene. Es ist vor allem diese fast schon unvergleichbare Vermischung der unterschiedlichsten musikalischen Zutaten, mit welcher die Multikulti-Combo das Publikum allerorts in hohem Maße zu begeistern weiß. Das von der vierköpfigen Formation Dargebotene offenbart sich als ein wirklich schönes Beispiel dafür, wie international, abwechslungsreich und mitreißend Musik erklingen kann, löst man sich einmal von allem begrifflichen und traditionellen Purismus.

Di, 15.04.2014 - 13:23

Christian Bakanic ist ein vielbeschäftigter Mann. Mag sein Name auch eher nur den „Eingeweihten“ ein Begriff sein – die Projekte, an denen er sich das letzte Jahrzehnt hinweg beteiligt hat und die durch sein facettenreiches Akkordeonspiel wesentlich geprägt waren, sind auch außerhalb der jeweiligen Nischen bekannt: Ob Beefólk, Trio Infernal oder Folksmilch. In all diesen Ensembles, die sich durch eine jeweils unterschiedliche Gemengelage von Jazz, Klassik und Folklore auszeichnen, findet sich sein einprägsames und stilistisch vielseitiges Spiel. Selbiges lässt sich grob in folgende Stränge aufdröseln, die gemäß der jeweiligen Gewichtung stets präsent sind: die komplexe Spontaneität der Improvisation, die temperamentvolle Leidenschaft des Tango Nuevo, das disziplinierte Moment abendländischer Klassik und die vielschichtigen Traditionen europäischer Volksmusik.

Di, 15.04.2014 - 10:32

Bratfisch, das wissen Connaisseure, mundet nicht nur am Karfreitag der vor der Türe steht, sondern besonders wenn damit die österreichische Band gemeint ist, den ganzen Jahreskreis hindurch: Vier junge Männer, die Gebrüder Matthias  und Tino Klissenbauer an Stimme, Gitarre und Akkordeon, Jürgen Partaj an der Violine und Johannes Landsiedel an Gitarre und Bass (auch Texter) ziehen über die Großstadt- und auch die Landesgrenzen hinaus immer mehr Publikum an und das aus gutem Grund. Geboten wird hervorragend gespielte Musik und lässige Texte.

Mo, 14.04.2014 - 12:26

„Black and White Statements“ auf dem Album der aus Istanbul stammenden Pianistin Seda Röder sind, wie sie von ihr genannt werden, „zwölf österreichische Gedanken über das Klavier“, Miniaturen österreichischer zeitgenössischer Komponistinnen und Komponisten, die jede für sich den Klavier-Klang neu erfinden und definieren.  In Wien spielt sie am 18. Mai beim „Closing Event“ von Classical:Next aus diesen Miniaturen, einen Tag zuvor wird sie am 17. Mai bei den „Aspekten“ in Salzburg ein Konzert unter dem Titel „Cross-Atlantic Soundscapes“ geben. Darüber und über kommende Pläne der türkischen Pianistin führte Heinz Rögl mit ihr ein Gespräch für ein Porträt.

Mo, 14.04.2014 - 09:34

Dass Ernst Molden dereinst eine Musikerkarriere einschlagen sollte, war dem heute 47jährigen nicht unbedingt klar erkennbar in die Wiege gelegt. Denn die Familie, in die er 1967 hineingeboren wurde, war traditionell vielmehr der Textproduktion verpflichtet und arbeitete eher in den Bereichen Literatur und Publizistik, als sich in der hohen Kunst der Schrammelns hervorzutun. Nicht einmal das Wienerische war im Hause Molden vorherrschend, wie man es rückblickend und angesichts seines songwriterischen Oeuvres vermeinen könnte. Vielmehr war das Erlernen eines zünftigen „proletarischen“ Spruchs eine Überlebensstrategie, die er im Volksschulalter aufgriff um soziales Oberwasser zu behalten. Viele Jahre später, im Laufe seiner musikalischen Erfolgsgeschichte, wird diese potentielle Spannung noch immer künstlerisch ausgehalten: Neben dem Dialektgesang samt volksmündlichen Stilblüten gastiert Ernst Molden auch weiterhin in höchsten Kulturzirkeln; als Kolumnist, Literat und Theaterkomponist.

Fr, 11.04.2014 - 10:59

Im mica-Gespräch mit Alois Sonnleitner verrät der Schlagzeuger, wie er es schaffte, seine Liebe zur Musik zum Lebensinhalt zu machen, wie er seine vielen Aktivitäten unter einen Hut bringt – und welche spezielle Rolle der tschechische Serienheld der frühen 70er Jahre, Pan Tau, in seinem Leben spielt.

Do, 10.04.2014 - 11:20

Musikinteressierte Menschen des Landes haben den Klarinettisten Alex Ladstätter sicher schon im Rahmen von Orchesterkonzerten des Symphonieorchesters Vorarlberg, bei den Bregenzer Festspielen, als Kammermusiker oder auch bei der Bürgermusik Lauterach gehört. Anfang des Jahres hat der vielseitige Musiker zusammen mit der Pianistin Keiko Hattori eine CD vorgestellt. Engagements hat Alex Ladstätter bei den namhaftesten Orchestern, vor wenigen Wochen war er beispielsweise mit den Wiener Philharmonikern auf Konzertreise in Rom. Im Rahmen des Gedenkkonzertes für Claudio Abbado musizierte er im großen Musikvereinssaal das Klarinettenquintett von W.A. Mozart. Darüber hinaus arbeitet der gebürtige Bregenzer mit dem Wiener Instrumentenbauer Karl Radovanovic zusammen, erfolgreich haben sie neue Klarinetteninstrumente entwickelt. Mit seiner Schwester, der Geigerin Natallia Ladstätter, und Keiko Hattori hat Alex Ladstätter kürzlich das „Ensemble Vision“ gegründet. Ihr Debütkonzert geben die drei Ende April und präsentieren in diesem Rahmen zugleich das neueste Werk von Richard Dünser „The return of the hunters“. Im Gespräch mit Silvia Thurner erzählt Alex Ladstätter von seiner Ausbildung, wichtigen Marksteinen seines bisherigen Werdeganges, er nimmt Stellung zur Neubesetzung am Landeskonservatorium und berichtet von zukünftigen Plänen.