Kinomagie: Bernhard Fleischmann vertont Filme von Georges Méliès

Ganz im Zeichen des Kinopioniers Georges Méliès stehen die Cinema Sessions am 30. Juli im Wiener Augarten. Neben Klassikern zeigt das Programm erst kürzlich wiederentdeckte Werke des Meisters. Vertont werden diese vom Wiener Elektroniker Bernhard Fleischmann, der bereits im Rahmen zahlreicher Anlässe unter Beweis gestellt hat, dass er sich auch in der Welt des Films bestens zurechtfindet.
 
Bernhard Fleischmann ist gelernter Pianist und Schlagzeuger. Der 1975 geborene Wiener spielte anfangs in diversen Indierockbands, bevor er in der zweiten Hälfte der 90er Jahre auch die Welt der Elektronik für sich entdeckte. Fleischmann ist zugleich auch ein Musiker mit einer besonderen Affinität zur Kunstform Film. Kein Wunder also, dass er auch in Sachen Filmmusik höchst aktiv tätig ist. So hat der Soundkünstler unter anderem bereits Bady Mincks „Am Anfang war der Blick" oder Jörg Kalts „Crash Test Dummies" in ein beeindruckendes klangliches Kostüm gehüllt.
 
Stilistisch bewegt sich Bernhard Fleischmann zwar vorwiegend auf elektronischem Gebiet, überrascht aber dennoch immer wieder mit recht eigenwilligen Experimenten und unvorhersehbaren Ansätzen. So zeigt der Wiener, der seine Fühler immer wieder auch neuen Herausforderungen ausstreckt, keinerlei Scheu davor, auch stilfremde Elemente, wie etwa aus der Countrymusik, in seinen Sound einfließen zu lassen. Und genau aus diesen nicht alltäglichen Vermengungen bezieht Fleischmanns Musik seinen besonderen Reiz.
Was den Elektroniker besonders für die Arbeit im Bereich der Filmmusik prädestiniert, ist seine Fähigkeit, in klanglicher Form Geschichten zu erzählen. Fleischmanns Stücke orientieren sich weniger an festgelegten Songstrukturen. Vielmehr erschafft der Wiener sich ständig in Bewegung befindliche und ineinander fließende klangliche Landschaften, die ihre Spannungsmomente aus der Vielzahl unvorhersehbarer Wendungen und dem Spiel zwischen laut und leise beziehen.
 
Die musikalische Begleitung von Stummfilmen stellt für Bernhard Fleischmann eine Art akustische Spielwiese dar, ermöglicht sie ihm doch, nahezu grenzenlos zu agieren. Die Werke von  Georges Méliès sind nicht die ersten Stummfilme, die durch den Wiener eine Neuinterpretation erfahren. Man erinnere sich nur an die Bearbeitung von Buster Keatons "The General", den Fleischmann zu einem echten audiovisuellen Erlebnis werden ließ.

Die BesucherInnen dürfen also mehr als gespannt sein, in welches klangliche Kostüm  Bernhard Fleischmann die Filme des Kinopioniers Georges Méliès an diesem Abend zu hüllen gedenkt. (mt)

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