Vergangene Woche ging die von der mica-music austria Bibliothek veranstaltete Lesereihe lese-takt in ihre zweite Runde. Abermals hatten die BesucherInnen die Gelegenheit, mehr über die persönliche Sichtweise eines Künstlers zu erfahren. Diesmal zu Gast war der Booker, Schreiber, Analysator, politischen Aktiven und Musiker Rainer Krispel, ein Mann der seit Jahren untrennbar mit dem österreichischen Musikgeschehen verbunden ist.
Zwei, aus einer sehr persönlichen Sicht heraus geschriebene Texte präsentierte Rainer Krispel im Rahmen des zweiten Teils der lese-takt Reihe im mica-music austria vergangene Woche. Im thematischen Mittelpunkt der Lesung stand die Liebe und Begeisterung für die Musik und deren Helden, die Auseinandersetzung, welche Ausformungen diese Gefühle annehmen können und wie prägend sie für jeden einzelnen sind. Im Falle Krispels, genauer seines Alter Egos Gustav Grant, waren dies vor allem die Kultrocker Ramones und die Country-Ikone Johnny Cash. Die BesucherInnen erfuhren, welche Strapazen der damals junge Fan auf sich genommen hat, um in Holland seine Helden des Punk einmal live zu sehen, oder dass er beim Lauschen der Songs von Johnny Cash immer noch feuchte Augen bekommt. Eines wurde an diesem Abend deutlich, Krispel ist neben all seinen unterschiedlichen Tätigkeiten im Musikbereich vor allem eins, Musikfan. Und das mit Leib und Seele.
"3 Akkorde reichten Punk zu einer musikalischen Revolution (oder wars doch nur eine Kinderzimmerparty? Ein Sturm im Wasserglas?). Was lässt sich dann erst mit einer Grammatik und einem Alphabet alles anstellen? Rainer Krispel, Musiker (The Red River Two, Seven Sioux, Stimmgewitter Sioux), Musikarbeiter und Musikschreiber (Augustin, Chelsea Chronicle, TBA ...) lässt mit seinem Alter Ego Gustav Grant Jahrzehnte mit und um Musik Revue passieren: Das absurdeste Rock´n´Roll-Konzert Österreich´s auf einem Sportplatz in der Kärntner Provinz im strömenden Regen. Warum Wolfgang Ambros der Großglockner der heimischen Popmusik ist. Die Geschichte mit dem HipHop und der Toleranz. Warum MusikerInnen endlich dem Subventionskasperl das Krokodil machen sollten und den Strukturverwesern den Kampf ansagen ... "