Ein Konzertabend ganz im Zeichen der zeitgenössischen Musik-Avantgarde steht am 27. September im Wiener Blue Tomato auf dem Programm. Trompeter Franz Hautzinger hat die befreundeten MusikerInnen Clementine Gasser (Cello), Kazuhisa Uchihashi (Gitarre) und Jacek Kochan (Schlagzeug) geladen, um sich mit ihnen auf eine Reise in die Welt der improvisierten Musik zu begeben. Freejazz gepaart mit Elementen der Neuen Musik, dargebracht auf höchstem Niveau.
Wenn Franz Hautzinger, einer der versiertesten und international gefragtesten Jazzer Österreichs, zu einem gemeinsamen Konzert bittet, muss man als MusikerIn nicht lange überlegen, ob man dieser Bitte nachkommt. Noch dazu, wenn man mit dem Trompeter befreundet ist und auf der Bühne schon mehrmals einen musikalisches Duell ausgefochten hat. Clementine Gasser, Kazuhisa Uchihashi sowie Jacek Kochan auf jeden Fall haben die Einladung angenommen.
Zur Freude des jazzaffinen Publikums im Blue Tomato, kommen in diesem Fall doch vier virtuose InstrumentalistInnen zusammen, die in ihren musikalischen Visionen keinerlei Grenzen kennen, mehr noch, diese als eischränkendes Element verstehen. Was aber auch schon das einzige ist, was man über dieses neu zusammengewürfelte Quartett im Vorfeld des Konzertes sagen kann. Denn Voraussagen zu treffen, in welche Richtung Franz Hautzinger, Clementine Gasser, Kazuhisa Uchihashi und Jacek Kochan zu gehen gedenken, ist nahezu unmöglich.
Dafür agieren die vier MusikerInnen, die, wie es der Zufall so will, allesamt Wien als ihre aktuelle Heimatstadt auserkoren haben, viel zu sehr zu sehr in einem von Genredefinitionen befreiten Raum. Primär geht es ihnen darum, sich des engen Korsetts des Festgeschriebenen zu entledigen, sich neue Freiräume zu schaffen, um sich dadurch neue Möglichkeiten zu eröffnen. Improvisation heißt das Zauberwort. Hier ist der Weg das Ziel, der spontane Entstehungsprozess an sich. Musikalische Ideen finden erst im Zusammenspiel miteinander ihre endgültige Form. Durch das ständige hin und her befindet sich die Musik in einem ständig sich verändernden Fluss.
Einen wesentlichen Aspekt in der Arbeit von Franz Hautzinger, Clementine Gasser, Kazuhisa Uchihashi und Jacek Kochan macht auch die Erforschung der Klangmöglichkeiten des eigenen Instrumentes aus, was bei einer solchen Zusammensetzung für zusätzliche Spannungsmomente sorgt.
Alles zusammen lässt einen in der Tat erstklassigen Musikabend erwarten. Liebhaber anspruchsvoller Klänge, die sich auch gerne mal auf vollkommen neue Sound-Erlebnisse einlassen, werden daher an dieser musikalischen Darbietung mit Sicherheit ihre Freude haben.(mt)