CLAUDIA SCHWAB – „Amber Sands“

Claudia Schwab (u.a. Netnakisum) zeigt auf ihrem eben erschienenen Solo-Erstlingswerk „Amber Sands“ als eine Musikerin, die es mit festgeschriebenen Stiledefinitionen nicht allzu eng sieht. Sich von diesen wirklich in aller Konsequenz loslösend, entwirft sich die gebürtige Steirerin eine weltmusikalische Sprache, die klangliche Einflüsse und Elemente aus den unterschiedlichsten Erdteilen kunstvoll in sich vereint.

Dass die aus der Steiermark stammende und mittlerweile seit einigen Jahren in Irland lebende Claudia Schwab, eine echte Weltenbummlerin ist, hört man ihrer Musik an. Es scheint fast so, als hätte die Geigerin, Sängerin und Komponistin aus jedem Land, das sie einmal besucht hat (und das waren nicht wenige), musikalisch für sich immer auch etwas mitgenommen. Ihr vielschichtiger und sehr abwechslungsreicher Stil ist einer der vielen Klangsprachen und –traditionen. Hört man sich durch die Nummern ihres Solo-Debüts, ist es fast so, als würde man sich selbst auf eine Reise begeben, auf eine, deren Route von der grünen Insel Irland hinüber nach Schweden und von dort über die österreichischen Alpen und quer durch den Balkan bis hin nach Indien führt.

Claudia Schwab setzt sich in der Umsetzung ihrer musikalischen Vorstellungen über alle Genregrenzen hinweg und schafft sich dieser Art den notwendigen Freiraum, der es ihr ermöglicht, wirklich das zu tun, wozu sie gerade Lust hat. Als ob es nichts Selbstverständlicheres gäbe, verwebt die Steirerin den traditionellen Folk irischer Prägung mit steirischen Jodlern und musikalischen Elementen aus dem südosteuropäischen Raum. An anderer Stelle wiederum lässt sie Ansätze der klassischen Musik oder österreichischen Volkmusik eine ungewöhnliche Liaison mit indischen Rhythmen eingehen.

Das Bild, das die Geigerin und Sängerin auf diesem Wege im musikalischen Sinne malt, ist ein überaus buntes und in stimmungsvollsten Farben hell leuchtendes. Aber es ist nicht nur die große Vielfalt, die imponiert. Claudia Schwab versteht es auch gemeinsam mit ihren MusikmusikerInnen Marti Tarn, Eamonn Cagney, Seamie O’Dowd, Cathy Jordan und Seanan Brennan auf wirklich beeindruckende Art, alles mit einem Mehr an Atmosphäre aufzuladen. Es geht schon auch in eine sehr lyrische Richtung, in eine, die schon fast etwas Filmmusikalisches an sich hat und die Phantasie anregt.

„Amber Sands“ ist auf jeden Fall ein Album geworden, das, je öfter man es sich anhört, mehr und mehr wächst und an Intensität gewinnt. Claudia Schwab bringt Stücke zu Gehör, die einfach träumen lassen und einladen, sich entspannt zurückzulehnen, um sich voll und ganz diesem schönen Hörerlebnis hinzugeben.
Michael Ternai

Foto Claudia Schwab: Julia Wesely

http://www.claudiaschwab.com