In all den Grenzgängen von Joanna Woznys Kompositionen entstehen nachvollziehbare Muster und Bewegungen. Dennoch ist sie meilenweit von der Neuen Einfachheit entfernt – einem Etikett, mit dem Neue Musik versehen wurde, deren Verständlichkeit durch einfachere Strukturen und traditionellere Elemente gewährleistet werden sollte. Wenn sich die Klänge, die die MusikerInnen durch den umfassenden Einsatz von diversen Spieltechniken hervorbringen, überlagern, entstehen ungewohnte Klänge, die nicht mehr eindeutig einem spezifischen Instrument zuzuordnen sind; und auch ein durchgängiger Rhythmus ist meist nicht auszumachen. Doch entstehen aus der wechselseitigen Beeinflussung der Klanggruppen Bewegungen, die um einen nie existierenden Zustand rhythmischer Harmonie schwingen, ein Atmen, das den Klangkörper fast schon wie einen natürlichen Organismus erscheinen lässt. Einen Überblick über das Schaffen der in Graz lebenden Komponistin gibt ein Porträtkonzert am 23. Mai im Radiokulturhaus in Wien.