Musikmagazin – steiermark

Do, 23.05.2013 - 13:14

Erstmals vergibt in diesem Jahr die VIS - Vienna Independent Shorts in Kooperation mit Screensessions, poolinale und dem mica - music austria den Österreichischen Musikvideo Preis. Unter den Einreichungen findet sich auch das Video zu „Tekno Cabaret“ von Tekniker.

Di, 21.05.2013 - 14:10

„Criminals“ (Ginkgo Tree Music), das neue Album der Grazer Formation The Uptown Monotones, ist ein Stück Musik geworden, auf dem die musikalische Vielfalt und Abwechslung zum bestimmenden Programm erhoben werden. Der Pop, für den die Musik des Dreiergespanns steht, ist einer, in dem unterschiedlichste Stile gekonnt miteinander zu einem runden und an Nuancen reichen Ganzen verwoben werden. Ohrwurmmelodien treffen auf ausgeklügeltes Songwriting, viel Spielwitz und noch mehr Drive. Vorgestellt wird der Longplayer im Rahmen einer ausgedehnten Österreich Tour.

Di, 21.05.2013 - 11:38

Im music austria Notenshop präsentiert sich der Komponist Uli Rennert mit zwei Werken, die das bewährte Erfolgsrezept guter Musik innehaben: Komplexität offenbart sich nicht beim Hören, sondern beim Studieren der Partitur. Durchs Ohr fließen improvisierte Passagen, die ganz organisch in dezente Klangflächen übergehen, und schlichte Melodien harmonisieren reibungsfrei mit freejazzigen Passagen und sparsam eingesetzter Elektronik. Für den studierten Posaunisten und Pianisten ist der Interpret mehr als ein in der westlichen, klassischen Musiktradition zum „Dienstleister“ degradierter Musiker, sondern der Individualität jedes einzelnen Künstlers wird durch freie Passagen in der Partitur Rechnung getragen. Daher arbeitet Rennert in seinen Projekten mit ausgewählten Musikern wie dem Kontrabassisten Peter Herbert oder dem Klarinettisten Peter Kunsek zusammen.

Fr, 17.05.2013 - 10:39

In all den Grenzgängen von Joanna Woznys Kompositionen entstehen nachvollziehbare Muster und Bewegungen. Dennoch ist sie meilenweit von der Neuen Einfachheit entfernt – einem Etikett, mit dem Neue Musik versehen wurde, deren Verständlichkeit durch einfachere Strukturen und traditionellere Elemente gewährleistet werden sollte. Wenn sich die Klänge, die die MusikerInnen durch den umfassenden Einsatz von diversen Spieltechniken hervorbringen, überlagern, entstehen ungewohnte Klänge, die nicht mehr eindeutig einem spezifischen Instrument zuzuordnen sind; und auch ein durchgängiger Rhythmus ist meist nicht auszumachen. Doch entstehen aus der wechselseitigen Beeinflussung der Klanggruppen Bewegungen, die um einen nie existierenden Zustand rhythmischer Harmonie schwingen, ein Atmen, das den Klangkörper fast schon wie einen natürlichen Organismus erscheinen lässt. Einen Überblick über das Schaffen der in Graz lebenden Komponistin gibt ein Porträtkonzert am 23. Mai im Radiokulturhaus in Wien.

Do, 16.05.2013 - 11:50

Reflector waren schon ein Duo, bevor diese Spielweise in Mode kam. Seit 1997 werken die Steirer mit Gitarre und Schlagzeug (Gesang mischt sich nur spärlich dazu) an monumentalen Klangmassen, deren bewusster Überstrapazierung und ihren Brüchen. Dass die beiden nicht in genretypischen Schranken und Parametern denken, sondern auch im Bereich der Bildenden Kunst, im Kuratieren von Ausstellungen, im Filmschaffen, Bücher Verfassen sowie Verlegen weitreichende Erfahrungen haben, macht Reflector nicht gerade unspannender. Clemens Marschall durchschritt mit Reflector 16 Jahre im Zeitraffer – 16 laute Jahre:

Mi, 15.05.2013 - 18:34

Wer sich für hochklassig dargebrachten und gediegenen Jazz begeistert, der sollte sich im Kalender den am 18. Mai im Wiener Zwe stattfindenden Konzertabend auf jeden Fall dick anstreichen. Zu Gast ist mit Herwig Gradischnig nämlich einer der versiertesten, interessantesten und zugleich umtriebigsten Vertreter der heimischen Szene. Im Trio mit Erwin Schmidt (Hammond Orgel) und Mario Gonzi (Schlagzeug) macht sich der für sein rhythmisch und harmonisch ausgereiftes Spiel bekannte Saxophonist einmal mehr daran, die weite Welt des Modern Jazz zu bewandern.

Mo, 13.05.2013 - 17:39

chmafu nocords ist ein Grazer Label, das vor gut zehn Jahren von einer Gestalt namens marufura fufunjiru (aka maru) gegründet worden ist, welche sich auch als Veranstalter des Interpenetration Festivals einen Namen gemacht hat. Sowohl bei dem Festival wie auch auf dem Label geht es um die Vielfalt verschiedenster Musiken und so konnte maru bereits Tonträger von Musikerinnen und Musikern wie Robert Lepenik (The Striggles, Fetish 69), Low Frequency Orchestra & Wolfgang Mitterer, Elisabeth Schimana, Kajkyt (Slobodan Kajkut), code inconnu, kauders und Automassage veröffentlichen – viele davon in handgemachten, zierlichen Verpackungen.

Mo, 13.05.2013 - 10:45

The Base gehören zu jener sympathischen Sorte von Bands, über die zu schreiben sich gar nicht so einfach gestaltet. Das nicht etwa deshalb, weil sich die knapp 25jährige Geschichte des Grazer Trios nicht in wenigen Absätzen zusammenfassen ließe. Auch geht es nicht darum, dass man um musikalisches Füllmaterial herumlavieren müsste, das sich über die Jahre in den Band-Annalen angesammelt hätte. Nein, denn die Band um Mastermind Norbert Wally hat ihren Werkkörper von jeher mit Fokus auf den soliden Songcharakter ausgerichtet, den zu beschreiben nicht allzu spannend wäre; denn es ging in ihrem musikalischen Ansatz weniger um das radikal Neue als vielmehr um die authentische Gestaltung US-amerikanisch geprägten Liedguts im Kontext der österreichischen Subkulturszenerie. Und es geht auch – und vielleicht gerade heute - um die nach und nach aussterbende Kunst, ein geschlossenes Album mit schlüssiger Gesamtdramaturgie zu kreieren.

Mi, 08.05.2013 - 14:37

Das Klavier fasziniert Elisabeth Harnik aus der Tradition heraus, die das Instrument mit sich bringt, worin sie aber gleichzeitig auch die Herausforderung sucht, ihm neue Klänge zu entlocken – auf Präparierungen greift die Komponistin und Pianistin dazu gelegentlich zurück, auf den Einsatz von Elektronik hingegen verzichtet sie. Denn auch in seiner ursprünglichen Gestalt verbergen sich in den Tasten und dem Korpus genügend ungenützte Möglichkeiten, die es zu erforschen gilt. Vorsätze, denen Harnik auch bei der Verwendung anderer Instrumente folgt. Basis ihrer Kompositionen bilden oftmals in Rastern angeordnete rhythmische oder melodische Materialien, die sich aus unterschiedlichen Blickwinkeln lesen lassen. Die darauf gründenden Regeln, die sie ihren Kompositionen zugrunde legt, führen sie in ein Wechselspiel zwischen deren Befolgung und dem auf Intuition gestützten Reiben an diesen selbst auferlegten Systemen. Notiert werden die oft raschen, atonalen Verläufe in äußerster Präzision, die in ihrer oftmaligen Komplexität das gesuchte Neue eröffnen. Harnik über sich selbst: „Komponieren und Improvisieren ist für mich ein Wechselspiel von Kalkuliertem und Unvorhergesehenem: Ein Reflektieren über entstandenes Klangvokabular – sei es durch vorgefasste oder spontane Interventionen – und ein Nachspüren einer unbewussten inneren Struktur.“ (dw)

Mi, 08.05.2013 - 11:29

Die allwöchentlich im mica stattfindende „Freistunde“ versteht sich als ein Ort der musikalischen Gratwanderung im Geiste des Experiments. Auch die am 9. Mai konzertierende und sich um den Bassklarinettisten Siegmar Brecher scharrende Formation Dogs of Lust sieht ihre Aufgabe vielmehr im Bruch mit dem sonst so im Jazz Praktizierten, als im dogmatischen Erfüllen irgendwelcher Erwartungen. Passieren kann alles und wird es vermutlich auch.