Das Klavier fasziniert Elisabeth Harnik aus der Tradition heraus, die das Instrument mit sich bringt, worin sie aber gleichzeitig auch die Herausforderung sucht, ihm neue Klänge zu entlocken – auf Präparierungen greift die Komponistin und Pianistin dazu gelegentlich zurück, auf den Einsatz von Elektronik hingegen verzichtet sie. Denn auch in seiner ursprünglichen Gestalt verbergen sich in den Tasten und dem Korpus genügend ungenützte Möglichkeiten, die es zu erforschen gilt. Vorsätze, denen Harnik auch bei der Verwendung anderer Instrumente folgt. Basis ihrer Kompositionen bilden oftmals in Rastern angeordnete rhythmische oder melodische Materialien, die sich aus unterschiedlichen Blickwinkeln lesen lassen. Die darauf gründenden Regeln, die sie ihren Kompositionen zugrunde legt, führen sie in ein Wechselspiel zwischen deren Befolgung und dem auf Intuition gestützten Reiben an diesen selbst auferlegten Systemen. Notiert werden die oft raschen, atonalen Verläufe in äußerster Präzision, die in ihrer oftmaligen Komplexität das gesuchte Neue eröffnen. Harnik über sich selbst: „Komponieren und Improvisieren ist für mich ein Wechselspiel von Kalkuliertem und Unvorhergesehenem: Ein Reflektieren über entstandenes Klangvokabular – sei es durch vorgefasste oder spontane Interventionen – und ein Nachspüren einer unbewussten inneren Struktur.“ (dw)