Musikmagazin – Niederösterreich

Do, 13.06.2013 - 12:07

Zusammendenken, was sich ausschließt: damit kennzeichnet sich salbungsvoll jede Band, die hoch hinaus möchte. Dabei wird geflissentlich übersehen, dass das „Anything Goes!“ längst schon die gängigste aller zeitgenössischen musikalischen Praxen darstellt, mithin jene Band, die in keine Schublade gesteckt werden möchte, sich eben dadurch selbst in die geräumigste und ellenbogenfreieste aller Schubladen hievt. Wie erfrischend, wenn nun eine Gruppe wie die Sex Jams nicht viel Ehrenrühriges daran findet, sich in nobler Zurückhaltung selbst ein aussagekräftiges Brandzeichen auf den jungen Werkkörper zu sengen, ohne damit die kreativ-freigeistige Nabelschnur abzuklemmen. „Noise Pop“ steht da zu lesen, irgendwas von Reminiszenzen an die späten 80er und frühen 90er Jahre. Der Geruch belegt dennoch: das Branding ist noch frisch!

Mo, 10.06.2013 - 13:06

Am Mittwoch, 12. Juni 2013 bringt das Ensemble Playtpus neben Werken von Jaime Wolfson und Grzegorz auch eine Komposition von Lukas Haselböck im Wiener Musikverein zur Uraufführung. In seiner Tätigkeit als Komponist, Sänger und Musikwissenschaftler verbindet unterschiedliche Herangehensweisen zur Musik. Trotz seiner theoretischen Arbeit bleiben sowohl das Komponieren wie auch das Musizieren sehr emotional geprägte Handlungen. Wie er diese verschiedenen musikalischen Bereiche gewichtet und was ihn beim Komponieren beeinflusst, darüber sprach er mit Lena Dražić. 

Mi, 22.05.2013 - 17:30

Auf dem Debütalbum "Lemniscate" von Bernd Salat treffen naturverbundene Melodien auf eine Opernstimme und ruhig fließende Töne auf emotionale Höhepunkte. Das Album des jungen Musikers ist wie eine große See, auf der er allein Kapitän ist, der seine HörerInnen auch aus tiefen Unwettern sicher herausführt. Im Gespräch mit Anne-Marie Darok erzählt er nicht nur von seinem abenteuerlichen Weg in die Musik, sondern auch von seinem Projekt das urbanen Musikern die Pforten zu ländlichen Inspirationen öffnen soll.

Fr, 17.05.2013 - 12:44

Tini Kainrath ist eine von Österreichs vielseitigsten Sängerinnen. Immer wieder tritt sie auch im NIederösterreichischen Mostviertel auf – Neben den „wellenklängen“ steht sie in diesem Jahr auch wieder bei den „Sommerspielen Melk“ auf der Bühne. Petra Ortner traf die sympathische Künstlerin zum entspannten Gespräch.

Do, 16.05.2013 - 11:42

Alfred Bäck ist nicht nur Schlagzeuger und Perkussionist in Bands wie Rabouge, Chrono Popp & the Sorry Babies, Soulclub und Low Down – Dogs, er hat sich auch durch sein Engagement für „moderne Musik im Wald4tel“, kurz die „Schönbach Seminare“, einen Namen gemacht.

Mo, 13.05.2013 - 17:40

Zwei Musikerinnen und zwei Musiker – Sigrid Horn, Stefanie Kropfreiter, Philipp Gollonitsch und Bernhard Affengruber – machen eine ausgeflippte Melange aus gesellschaftskritischen Mundart-Texten und schräger, punkiger Musik. wosisig (was ich sehe) aus Niederösterreich machen Musik, die Spaß macht, weil es Spaß macht. Die Sängerin Pianistin und Saxophonistin Sigrid Horn im Interview mit Petra Ortner.

Di, 30.04.2013 - 10:58

Bauchklang waren hierzulande der musikalische Antipode im elektronischen Klima der 1990er Jahre. Der legendäre Lounge- und Kaffeehaus-Sound, der von Wien ausgehend seinen Siegeszug in sämtlichen Clubs des Erdenrundes fortsetzte, vollzog in den frühen 1990er Jahren zunächst eine klangliche Kehrtwende: Das energetische Hämmern und Pulsieren der auf die physis gerichteten Techno-Beats wich hier entspannten, smoothen Rhythmen, die mit ihrer ätherischen Geschmeidigkeit oft eine assoziative Nähe zur Innenarchitektur nahezulegen schienen – sanft-wummernde Bässe, delikate Breakbeat-Produktion, überschaubarer Informationsgehalt. Auch wenn dieser spezifische Wiener Sound durchaus mit dem Analogen liebäugelte, stellte sich gerade die Überführung „natürlicher“ Klänge in ein perfektionistisches Soundtüftler-Korsett als letztlich immunisierend heraus. Allzu oft litten die sterilen Dub-Tapeten mit ihren ewigen Reverbs und Delays an Beliebigkeit: das auditiv Angenehme verband sich mit dem bloß Trendigen zu klinisch-substanzloser Meterware.

Mi, 27.03.2013 - 12:26

Es geht ja nicht immer glimpflich aus, wenn Musiker – vornehmlich VertreterIn-nen der Sparte Singer/Songwriter – ihre eigenen Erfahrungen  zur  thematischen Grundlage ihres Schaffens machen. Gerade wenn dieses vorrangig im Dienste der persönlichen Katharsis und Psychohygiene steht, geht das Vergnügen für die anspruchsvollere Hörerschaft oft schnell in die Binsen. Schreibt man die Songs allerdings so geschickt wie Agnès Milewski, so birgt dieses Dilemma auch die Chance auf Großes. Besonders auf ihrem jüngst veröffentlichten Album „Almost Spring“ gelingt es ihr nämlich, ihre biographisch inspirierten Texte dergestalt ins Lyrische und Poetische hinein zu dehnen, dass diese zwischen ihrer Person als konkreter Erzählerin und der Möglichkeit identifikativen Selbstbezugs vonseiten der Hörerschaft oszillieren. Diese starke personelle Prägung der kompositorischen Arbeit ermöglicht letzten Endes eine ungewöhnlich direkte, wenn auch künstlerisch vermittelte Teilhabe am Leben der jungen Musikerin.

Di, 26.03.2013 - 14:43

Kaum jemand hat das musikalische Leben Österreichs der letzten Jahrzehnte so intensiv mitgestaltet wie Friedrich Cerha. Am bekanntesten mag er wohl als Komponist sein, als welcher er sich neugierig mit den unterschiedlichsten Stilrichtungen auseinandersetzt, neuartige Kompositionsweisen prägte und der von sich selbst behauptet, keinen Stil zu haben. Doch auch als Leiter diverser Ensembles, Dirigent und durch seinen unermüdlichen Einsatz für (Neue) Musik und deren Vermittlung ist er weithin bekannt; nicht zuletzt als Leiter der IGNM, Kompositionslehrer und für die Herstellung des III. Aktes der von Alban Berg fragmentarisch hinterlassener Lulu. Und noch vieles mehr ist in den inzwischen zahlreich vorhandenen Publikationen über Cerha zu lesen. Doch sind es nicht die einzelnen Tätigkeiten, die das Schaffen Cerhas ausmachen. Vielmehr ist es die einerseits beharrliche Kontinuität, mit der sich der 1926 Geborene dem Musikleben und dessen Gestaltung hingibt, andererseits ist es aber auch die undogmatische Herangehensweise und das Integrieren von Unterschiedlichem, das die Persönlichkeit Cerhas ausmacht.

Mi, 20.03.2013 - 17:38

Martin Rotheneder aka Ben Martin ist schon lange im österreichischen Musikbusiness unterwegs. Der aus St. Pölten stammende Musiker nennt zwar Jazz und Blues als seine musikalischen Wurzeln, doch im Laufe der Zeit hat er viele Genrewechsel durchgemacht. 2007 wurde die Electro-Pop-Band „I Am Cereals“ gegründet, mit der Ben Martin einige Erfolge feiern konnte. Da das Elektronische nicht seine ursprüngliche Musikbegeisterung ausgelöst hatte, begann er 2010 an eigenem Material zu feilen, in welchem er all seine musikalischen Einflüsse verarbeiten konnte. Mit Anne-Marie Darok sprach er über sein Label Violet Noise Records, das sommerliche Feeling auf seinem neuen Album "The Endless Stream Of Everything" (VÖ: 22.03.) und die besonderen Bedürfnisse der österreichischen Musikliebhaber.