Musikmagazin – Kärnten

Do, 17.04.2014 - 13:24

„Groove“ ist so vielfältig definierbar wie man die Begriffe „Schmäh“ oder „Saudade“ mit Worten bestenfalls umschreiben  kann, aber das, was gemeint ist, wissen alle, die „es“ spüren durften und fortan davon infiziert sind.  „Groove“ ist auch das sympathische Hauptmerkmal der vier Männer, die hier unter dem Bandnamen Chilifish präsentiert werden mögen: Sobald  jenewelche nämlich loslegen, treten Symptome beim Zuhörenden auf, wie zwanghafte Lust zu tanzen oder mindestens „rhyhtmisches Stehen“ (Roland Kaisers „Dich zu lieben“ Fußchoreographie). Die unwiderstehlich energetische Schwingung erfasst Hüften und Rumpf, die zuvor „ruhigen Zuschauermassen“ mutieren zu einer Herde „Wackeldackel“. Von der ersten bis zur letzten Sekunde wird man getragen von Beats chili-gewürzt mit frechen oder unverschämt romantischen Texten. Das Geheimnis ihres Grooves beruht nicht nur auf dem  gleichen „Time“-holz und Musikempfinden, aus dem Konglomerat BassistIn und SchlagzeugerIn geschnitzt sein möchten. Nach Bass und Drumset sucht man hier nämlich vergebens.

Do, 20.03.2014 - 16:03

Alfred Goubran ist Schriftsteller und Musiker. Bis vor ein paar Jahren hat er die edition selene betrieben und war Verleger. Zurzeit ist er mit seinem neuen Buch „Durch die Zeit in meinem Zimmer“ und unter dem Namen (goubran) mit der CD „Die Glut“ in Österreich und Deutschland unterwegs. Ein mica-Interview über die Sprache in der Musik, ZZ Top und Bob Dylan.

Mi, 05.03.2014 - 11:37

Alexander J. Eberhard ist freischaffender Komponist mit vielfältigen Interessen, auf jeden Fall für Neue und für elektronische  Musik, aber auch  für Improvisation, „Soundbranding“, Filmmusik. Zudem ist er aktiver Bratschist, auf der „normalen“,  wie auch der E-Viola. Für das Jahr 2014 hat er das Staatsstipendium für Komposition erhalten, worüber er sich natürlich freut. Das erleichtere das Arbeiten ein Jahr lang erheblich, er kann Projekte durchführen, zu denen er mit anderen Tätigkeiten des Gelderwerbs nicht kommen würde. Letzteres sei, wie er meint,  für ihn natürlich ein wenig leichter als für andere, die kein Instrument spielten.

Mi, 22.01.2014 - 11:41

An allen Ecken und Enden korrespondiert Mario Rom's Interzone mit dem Werk des Vaters der amerikanischen Beat-Poeten, William S. Burroughs. Trompeter Mario Rom, Kontrabassist Lukas Kranzelbinder und Drummer Herbert Pirker haben sich nach Ansehen der Cronenberg-Verfilmung von Burroughs' Naked Lunch (mit der Musik u.a. von Ornette Coleman) zum Trio formiert. Der Bandname geht auf ein Textkonvolut des exzentrischen Dichters zurück, das dieser verfasst hatte, als er in der Interzone der damals geteilten marokkanischen Stadt Tanger lebte. Und am 5. Februar, Burroughs' 100. Geburtstag, konzertiert Mario Rom's Interzone extended (erweitert um Herwig Gradischnig, Clemens Salesny und Phil Yaeger) im Porgy & Bess.

Do, 25.07.2013 - 09:56

Vor Überraschungen sind auch Komponisten nicht gefeit; erfreulich freilich, wenn diese angenehmer Natur sind und etwa in der Ankündigung einer vier Tage später bevorstehenden Uraufführung bestehen. So geschehen bei Michael Amann im Fall von Kassiber, das am 25. Juli 2013 im italienischen Assisi aus der Taufe gehoben wird.

Di, 23.07.2013 - 11:07

 Salzburg wird weltweit als eine Hauptstadt der klassischen Musik angesehen. Doch auch die Neue Musik findet dort statt. Im kleineren Rahmen und mit natürlich viel weniger Geld im Rücken. Die beiden Musiker und Komponisten Werner Raditschnig und Andie Heyer über die Entwicklung der Neuen Musik in der Mozartstadt und deren heutigen Ist-Zustand. Das Interview führte Wolfgang Seierl.

Fr, 24.05.2013 - 14:08

In klassischen Konzerthäusern trifft man den in Salzburg lebenden Werner Raditschnig eher selten an. Zumeist arbeitet im Kontext mit Bildender und Medien-Kunst und tritt mit konzertanten Klangarchitekturen bzw. -installationen öfter in Galerien und Museen auf. Das steht auch in Wechselwirkung zu seinem Instrumentarium. So hat der gelernte Gitarrist, nachdem er auf Tischgitarre umgestiegen war, ein Gerät entwickelt, das er Polychord nennt, weil es ähnliche, aber eben erweiterte Funktionen eines Monochords aufweist.

Mo, 29.04.2013 - 13:34

Es gibt MusikerInnen und KünstlerInnen, die sich zu keiner Zeit irgendwelchen Kategorisierungen unterwerfen wollen und sich in ihrem Schaffen mit Vehemenz dagegen wehren, irgendwelche Erwartungshaltungen erfüllen zu müssen. Eine Musikerin, auf die diese Zuschreibung ganz ohne Zweifel zutrifft, ist Agnes Heginger. Blickt man nämlich auf die zahlreichen Projekte, an welchen die in Kärnten geborene und seit frühesten Jahren in Wien lebende Sängerin und Komponistin maßgeblich beteiligt ist, so wird einem sofort klar, dass man es bei ihr mit einer der wohl vielseitigsten Künstlerinnen des Landes zu tun hat. Es gibt wohl nicht ein Genre, nicht einen musikalischen Kontext, in welchem sie sich nicht schon einmal erfolgreich versucht hätte. Egal ob nun im Jazz, in der experimentellen Elektronik, Vokalkunst, Alten Musik, Improvisation, im Pop oder Wienerlied, Agnes Heginger zeigt sich in ihrer Arbeit seit je her als wahre Verwandlungskünstlerin, die zu keinem Zeitpunkt davor zurückschreckt, sich wirklich allen musikalischen Herausforderungen zu stellen.

Fr, 08.03.2013 - 13:47

Der Verein Innenhofkultur/RAJ in Klagenfurt bietet seit rund 30 Jahren Künstlern und Bands aus musikalischen Nischenbereichen wie Jazz, Avantgarde und moderner Musik eine Plattform, die sich kontinuierlich zu einer Institution entwickelt hat, die aus dem Kärntner Musikleben nicht mehr wegzudenken ist. Raimund Spöck, der langjährige Leiter des Vereins, im Gespräch.  

Fr, 15.02.2013 - 13:15

Das musikalische Spektrum der Pianistin und Vokalistin Ingrid Schmoliner ist denkbar breit gestreut. Es reicht von experimenteller und improvisierter Musik über Kompositionen für Soloklavier, Ensembles und Chöre bis hin zu freiem Jazz, Folk- und Volksmusik. Zudem sucht Schmoliner immer wieder die Zusammenarbeit mit Tänzerinnen, Choreografinnen sowie Film- und Videokünstlerinnen. Im Gespräch mit Andreas Fellinger erzählt sie von ihrem immensen Arbeitspensum und von der (kultur)politischen Misere, nicht ordentlich davon leben zu können.