Musikmagazin – burgenland

Mo, 21.07.2014 - 12:19

Christian Bakanic ist ein vielbeschäftigter Mann. Mag sein Name auch eher nur den „Eingeweihten“ ein Begriff sein – die Projekte, an denen er sich das letzte Jahrzehnt hinweg beteiligt hat und die durch sein facettenreiches Akkordeonspiel wesentlich geprägt waren, sind auch außerhalb der jeweiligen Nischen bekannt: Ob Beefólk, Trio Infernal oder Folksmilch. In all diesen Ensembles, die sich durch eine jeweils unterschiedliche Gemengelage von Jazz, Klassik und Folklore auszeichnen, findet sich sein einprägsames und stilistisch vielseitiges Spiel. Selbiges lässt sich grob in folgende Stränge aufdröseln, die gemäß der jeweiligen Gewichtung stets präsent sind: die komplexe Spontaneität der Improvisation, die temperamentvolle Leidenschaft des Tango Nuevo, das disziplinierte Moment abendländischer Klassik und die vielschichtigen Traditionen europäischer Volksmusik.

Mi, 25.06.2014 - 08:05

Vom 3.bis 12. Juli findet im burgenländischen Lockenhaus das 33. Kammermusikfest statt, das der Cellist Nicolas Altstaedt als Nachfolger von Gidon Kremer bereits zum dritten Mal leiten wird. Der vielseitige deutsch-französische Cellist gehörte zu den zu den letzten Schülern Boris Pergamenschikows. Sein künstlerischer Bogen spannt sich von der historischen Aufführungspraxis über das klassische Cello-Repertoire bis zur Auftragsvergabe und Uraufführung von Werken der Neuen Musik. Erst kürzlich beeindruckte Nicolas Altstaedt bei den Wiener Festwochen im Konzerthaus mit einer Aufführung des Duetts für Violoncello und Klavier von Galina Ustwolskaja. Heinz Rögl führte mit ihm in einem Café in der Wiener Innenstadt ein Gespräch zum Programm des Festivals, das heuer unter dem Motto „Fiction“ steht.

Do, 12.06.2014 - 15:53

Es ist ein sehr feinfühliger musikalischer Weg, den das Trio Schmieds Puls einschlägt. Abseits aller großen Gesten des Pop setzen Mira Lu Kovacs und ihre beiden Kollegen Walter Singer und Christian Grobauer ganz auf die Kraft der edlen und eindringlichen Zurückhaltung und verleihen ihren Songs genau durch diesen Ansatz, wie man es auch auf dem im vergangenen Jahr erschienenen und von allen Seiten hochgelobten Album „Play Dead“ hören kann, ein Mehr an Atmosphäre und Tiefe, als man es im Kontext des akustischen Pop sonst oftmals präsentiert bekommt. Mira Lu Kovacs und Christian Grobauer im Interview mit Michael Ternai.

Mo, 05.05.2014 - 09:46

Sechs Jahre nach seinem letzten Soloalbum „Black Sea“ kehrt der in Wien lebende Burgenländer und Elektroniker von Weltrang Christian Fennesz mit seinem neuen Werk „Bécs“ zurück dorthin, wo seine Solokarriere begann: dem Mego-Label von Peter Rehberg. Und er tritt auch wieder mal hierzulande live auf, ist am 3.5. beim Donaufestival in Krems zu hören. Sebastian Fasthuber hat den Musiker in seiner Studio-Höhle im 7. Bezirk besucht und über das neue Album, seinen Erfolg und seine Pläne befragt.

Do, 24.04.2014 - 10:21

„Groove“ ist so vielfältig definierbar wie man die Begriffe „Schmäh“ oder „Saudade“ mit Worten bestenfalls umschreiben  kann, aber das, was gemeint ist, wissen alle, die „es“ spüren durften und fortan davon infiziert sind.  „Groove“ ist auch das sympathische Hauptmerkmal der vier Männer, die hier unter dem Bandnamen Chilifish präsentiert werden mögen: Sobald  jenewelche nämlich loslegen, treten Symptome beim Zuhörenden auf, wie zwanghafte Lust zu tanzen oder mindestens „rhyhtmisches Stehen“ (Roland Kaisers „Dich zu lieben“ Fußchoreographie). Die unwiderstehlich energetische Schwingung erfasst Hüften und Rumpf, die zuvor „ruhigen Zuschauermassen“ mutieren zu einer Herde „Wackeldackel“. Von der ersten bis zur letzten Sekunde wird man getragen von Beats chili-gewürzt mit frechen oder unverschämt romantischen Texten. Das Geheimnis ihres Grooves beruht nicht nur auf dem  gleichen „Time“-holz und Musikempfinden, aus dem Konglomerat BassistIn und SchlagzeugerIn geschnitzt sein möchten. Nach Bass und Drumset sucht man hier nämlich vergebens.

Do, 20.02.2014 - 12:16

„Mit Zwillingen in einem Trio zu spielen, ist schon eine spezielle Herausforderung“, bekennt der Pianist Philipp Jagschitz angesichts seines Trios mit Matthias und Andreas Pichler. „Die sind so eingeschworen aufeinander und scheinen jederzeit zu wissen, was der andere gerade vorhat.“ Sich selbst in diesen Kontext einzubringen, erfordere eine gewisse Stärke, die aber durch die Qualitäten dieser spezifischen Interaktionen reich belohnt werde.

Di, 04.02.2014 - 10:36

Vier Jahre nach „Wenn dir das meine Liebe nicht beweist“, der Arcade Fire-Platte in der Diskografie der Band, veröffentlicht das von Wien aus operierende burgenländische Quartett sein neues Studioalbum „Trumpf“. Garish haben sich viel Zeit gelassen, um ein Album zu erarbeiten, das ihnen perfekt entspricht: emotional, manchmal pathetisch, morbid, aber auch rau und mit Luft zwischen den Tönen. Man hört eine Band auf der Höhe ihrer Möglichkeiten. Sebastian Fasthuber hat mit Sänger Thomas Jarmer und Schlagzeuger Markus Perner gesprochen.

Di, 21.01.2014 - 10:33

Nach einer etwas längeren Pause veröffentlicht die in Berlin ansässige österreichische Band Ja, Panik Ende Jänner ihr mit Spannung erwartetes neues Album „Libertatia“. Im Vorfeld ist sie zum Trio geschrumpft. Sänger und Gitarrist Andreas Spechtl, Bassist Stefan Pabst und Schlagzeuger Sebastian Janata haben die veränderte Situation zum Anlass genommen, Ja, Panik neu zu erfinden. Wo bislang Rock im Zentrum stand, werden in den neuen Songs der Popaspekt und Tanzbarkeit groß geschrieben. Und wo frühere Alben live im Studio eingespielt wurden, entdeckten die Musiker diesmal die Lust am Arrangieren und Produzieren. Sebastian Fasthuber hat mit Andreas Spechtl gesprochen, der sagt: „Wir haben erstmals ein Gespür dafür entwickelt, wie etwas klingt.“

Mo, 16.12.2013 - 12:07

Thomas Pronai war noch nie jemand, der sich musikalisch von dem gerade Angesagten verleiten hat lassen. Was ihm eigentlich immer schon mehr zugesagt hat, war die einfach gestrickte handgemachte Musik. Und genau die ist es auch, die er mit seiner Band Bo Candy & His Broken Hearts verwirklicht und auch dem neuen Album „Flowers Must Fade“ erklingen lässt. Der Burgenländer im Gespräch mit Michael Ternai.

Mi, 11.12.2013 - 17:02

Als Schlagwerker und Vibraphonist ist Friedrich „Flip“ Philipp-Pesendorfer in vielen musikalischen Kontexten anschlussfähig, ob in der Klassik bei den Wiener Symphonikern oder im Jazz und anderen zeitgenössischen Musikformen in Form seiner vielfältigen Live-Tätigkeit und seinen CD-Projekten. Kompositorisch und als Arrangeur lotet er gerne das weite Feld zwischen Jazz und Klassik („Third Stream“) aus. Im Gespräch mit Günther Wildner berichtet Flip Philipp von Lieblingsdirigenten, Seelenbalsam im Land des Lächelns, nie konsumiertem Kompositionsunterricht und dem Ball mit Joe Zawinul