Am 11. September beherbergt das Wiener Gasometer derzeitige Popgrößen der österreichischen Musikszene – die St. Pöltener Human Beatboxing Truppe Bauchklang und die Wiener Erfolgselektroniker Sofa Surfers. Unterstützt werden die beiden Ausnahmetruppen von Philipp Quehenberger. Die Vorzeichen für einen außergewöhnliches Konzertabend stehen also gut.
Die aus dem St. Pöltener Umfeld stammende Band Bauchklang existiert mittlerweile fast seit 15 Jahren und hat sich vor allem in den letzten Jahren einen international anerkannten Ruf erspielt. Andi Fraenzl, Alex Böck, Christian Birawsky, Philipp Sageder und Gerald Huber bezeichnen ihre gemeinsame Leidenschaft auch als vocal groove project. Das beschreibt ihre musikalische Gangart recht treffend, denn ihre Version von A-Capella ufert in sämtliche Stilarten aus – Dub, HipHop, Elektronisches – verbindendes Element bleibt jedoch immer der Groove. Verzichtet wird dabei auf jegliches Musikinstrumentarium, lediglich ihr Mundapparat dient ihnen als Ausdrucksmittel für ihre Mouth Percussion.
Längst füllen Bauchklang nicht mehr nur Österreichs Clubs und Konzerthallen. Ihr Hang zu außereuropäischen Kulturen zeigt unter anderem ihre Indien Tour 2009, bei der auch ein Live Album entstanden ist. Ihre ohnehin schon bekannten Live-Qualitäten wurden in Indien noch durch Live-Kollaborationen mit indischen Tabla- und Percussion-Meistern erweitert. Noch bevor Sie sich ihren Amadeus Music Award für den Besten Live Act in Österreich am 16.09 abholen werden, sind sie also im Gasometer zu erleben.
Die 1996 gegründeten Sofa Surfers sind nun gewiss kein unbeschriebenes Blatt mehr. Seit geraumer Zeit schon sind sie eine der international erfolgreichsten österreichischen Bands. Ihr 5. Studioalbum „Blindside“ ist im März diesen Jahres erschienen und zeigt abermals, dass Sofa Surfers stets unbekanntes Terrain erkunden. Nach anfänglichen eher elektronischen Releases wanderten Wolfgang Frisch, Michael Holzgruber, Markus Kienzl und Wolfgang Schlögl vor allem durch den ab 2005 dazugekommenen Sänger Mani Obeya in souligere Landschaften. Mit dem neuesten Werk bewegt man sich weiter in Richtung Rock. Man darf hier Gitarrenwände erwarten, die mit Obeyas soul-angehauchtem Gesang beschmückt werden und nicht selten ruhigeren und düsteren Ambient-Elektronik Fetzen weichen müssen. Live fusioniert das Ganze dann mit Timo Novotnys Visuals zu einem groovenden und eindrucksstarken Gesamtspektakel.
Unterstützung erfahren die beiden Hochkaräter durch den gebürtigen Tiroler Philipp Quehenberger, der mit seiner experimentellen Art Elektronica-Rock mit Techno- und Noisespielereien zu vermengen, einen sehr eigenen Sound entwickelt. Trotz dieser nicht einfach konsumierbaren Tüfteleien, schafft Quehenberger es seine Tracks tanzbar zu präsentieren.(mk)
Foto Bauchklang: Ingo Pertramer